Kleine Herbst Tour - Zum Kaffee nach Bosnien Herzegowina

Schon etwas änger her, dass ich auf Tour war. Um so mehr habe ich mich auf die Kaffeefahrt nach Bosnien Herzegowina gefreut. Von Ringgenberg aus nach Italien, durch Sowenien, Kroatien nach Bosnien Herzegowina und zurück - oder zum Kaffee nach Mostar - war auch grad alles an Plan was vorhanden war.



So startete ich am 25 September voller Freude Richtung Sürosten. Im Kopf war über den Brünig dann den Hirzel Autobahn bis Thusis und dann durchs Engadin und kreuz und quer durchs Friaul nach Slowenien zu fahren. Doch schon in Luzern wurde der Gedanke aus dem Kopf verbannt, denn es kübelte aus allen Schleusen und das Regenradar prophetzeite fürs Bündnerland und Friaul nichts gutes. Neuer Gedanke, so schnell wie möglich Richtung Süden. Also durch den Gotthard ins Tessin und wenn wir schon mal da sind, gleich weiter auf der Autobahn. So beendete ich den ersten Tag kurz vor der Slowenischen Grenze, unweit von Venedig.


Slowenien ist an der Stelle nicht gerade breit. einmal kurz geblinzelt und schon standen wir an einenm kleinen unscheinbaren Grenzposten in den Slowenisch- Kroatischen Grenzhügeln, mit verschlossenen Schranken. Hat der Posten überhaupt geöffnet? Die Zeiten stimmen, doch weit und breit niemand zu sehen. Also etwas näher fahren und schauen. Schon öffnete sich auch schon die Schranke und es wurde durchgewunken. Der Kroatische Grenzwächter war offenbar mehr am TV Programm interessiert als an mir. Passt.


Weiter ging es durch das Kroatische Hinterland über kleine und kleinste Strässchen. Grobrichtung Rjieka. Unweit von Rjieka bezog ich dann Quartier in einen Hotel oberhalb einer kleinen Bucht.



Tag 3 verbrachten wir wiederum auf kleinen und keinsten Strässchen im Hinterland von Kroatien. EInzig ein kliner Schlänker Richtung Bribir erlaubte uns einen Blick auf Meer. Der Tag endete in einem Hotel nahe Posedarje direkt am Meer.



Der nächste Morgen brachte das erste Mal richtig Sonnenschein und der Hoteleigene Strand lud zum etwas verweilen ein. Doch es sollte weiter gehen, immer südöstlich gegen Dubrovnik zu, wieder auf kleinen Strässchen ab vom Touristenrummel. AM Am späten Nachmittag überquerte ich dann die Grenze nach Bosnien. Den Abend verbrachten wir in einem Hotel in Medugorje.



Nachden die Gegend von Medugorje erkundet wurde hiess es auf nach Mostar. Rund eine halbe Stunde später war ich bereits dort und bezog Hotelzimmer unweit der Altstadt. Schliesslich wollte ich schon lange mal die Stari Most Brücke anschauen. Die Altstadt von Mostar ist echt empfehlenswert! Einfach herrlich die alten Bauten mit den Bazar ähnlichen Geschäften links und rechts der Gassen - wenn dann noch der Muezin vom Minatett zum Abendgebet ruft, dann kommt echt ein Hauch von Orient auf.


Von Mostar aus tourte ich dann ein wenig duch Bosnien. Doch ein Weltuntergang von einem Gewitter bremste nich dann aus und ich flüchtete Richtung Kroatische Grenze um am Abend dann wieder in Kroatien zu nächtigen. Unweit von Sibenik konnte ich ein tolles Zimmer bekommen, wo ich die Nacht verbringen konnte.



Von Sibenik aus führten mich zahllose kleine Strässchen zurück nach Bosnien Herzegowina, wo die Nacht in Bihac verbracht wurde. Am nächsten Tag dann wieder nach Kroatien und quer durchs Hinterland bis kurz vor die Slowenische Grenze. In Karlovac fand ich wiedrum ein Kissen, woran ich horchen durfte.



Der nächste Tag brachte einen erneuten Grenzübetritt. Diesmal nach Slowenien. DIe Strassen wurden sofort besser und zügiger kam ich voran. An dem Tag schaffte ich es bis Grosuplje, wo ich in einem Hotel / Casino ein Zimmer bekommen habe.



Ein letztes mal stand der Tag nur im Zeichen aussliesslich Slowenischer Strassen. Gutes Vorankommen ermöglichte es mir erneut kurz vor der Grenze zu Italien zu übernachten. In Idrisko kehrte ich im altbekannten Jazbec Hotel ein. Schon einige Male verweilte ich hier. Endlich gab es auch wieder Sauce zum Essen. Das scheint etwas, dass weiter südöstlich niemand kennt.



Am nächsten Morgen war die Grenze zu Italien schnell erreicht. EIgentlich war der Wegpunkt Forcella di Pala Barzana vorgesehen. doch ein Chiuso Schild bewegte mich zur Umkehr. Waren es doch noch 10 Km bis dorthin und schon ein langer Weg nur bis zum Schild. So entschied ich aussen rum zu fahren und den für ein andermal aufzuheben. In Enego fand ich dann ein wunderbares, altes Hotel, seit Generationen in der Hand der selben Famiglia. Die Aussicht von der Hotel eigenen Terasse war gewaltig.



Am nächsten Tag führte der Weg dann quer durchs Trento zum Gardasee. Gelati essen. Da noch früh war, entschied ich weiter gegen Tirano zu fahren und nicht wie ursprünglich vorgesehen, am Gardasee zu übernachten und am nächsten Tag via Autostrada nach haue zu gelangen. Im Hinerkopf natürlich der mühsame Grenzübertritt in Chiasso und der Gotthardstau. So schaffte ich es an dem Tag noch bis Breno.



Von Breno aus war es nicht mehr all zu weit bis Tirano. Allerdings war ich fro, die Strecke unter wochentags fahren zu können. Kann ich mir doch gut vorstellen, dass die ganz schön verstopft sein kann am Wochenende.

Von Tirano aus war dann das altbekannte Wegstück. Bernina-, Albula-, Oberalp-, Sustenpass, mit obligatem Kaffeehalt im Sustenbrüggli und noch ein Schnurpf nach hause.


Fazit:

Ich war recht spät unterwegs. Einige Hotels waren bereits geschlossen. Jedoch hatte ich nie gross Probleme ein Zimmer zu finden. Dazu musste ich aber eben die grösseren Orte ansteuern. Im Hinterland von Kroatien Hotels und Tankstellen zu finden ist nicht ganz einfach. Auch Restaurants gibt es im Hinterland nicht oft. Ein Snack und etwas zu Trinken dabei haben, schadet nichts. Und es hat sich bezahlt gemacht, frühzeitig nach Tankstellen ausschau zu halten.

Die Grenzübertritte waren alle recht geschmeidig. Als Schweizer mit Motorrad auf jeden Fall. ID und Fahrzeigpapiere wollten die Grenzbeamten haben. Mehr nicht.


Im Total habe ich 3392.8 Km in 51.21 Stunden zurück gelegt. Die 790er machte dies mit einem durchnittlichen Verbrauch von 4.3 lt/100km und einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 66km/h.


Die hohe Durchschnittgeschwindigkeit verdanke ich dem Verkehr in Slowenien, Kroatien und Bosnien Herzegowina, bzw. der Abszenz des welchigen. Die Geschwindigkeitstafeln scheinen wohl eher auch als Mindestgeschwindigkeit angesehen zu werden. Fährt man doch bünzli Schweizerisch das was angeschrieben ist, stellt man ein Verkehrshindernis dar - Auch gegenüber den LKW's!

Auffallend in Kroatien und Bosnien: der ganze Müll bei Ausstell und Rastplätzen. Sowenien ist dagegen regelrecht sauber.


Noch auffallender: In den 3 Ländern sieht man mehrheitlich "normale" Autos auf den Strassen. Fiat, VW Golf und Polo usw. Und die Besitzer fahren! Ich habe gefühlt keine 10 Autos überholt in den ganzen Tagen. Stau und stockender Verkehr gleich null!

Kaum über die Grenze in die Schweiz - Stillstand! PS starke Boliden von BMW, Mercedes usw., wessen Besitzer es nicht mal schaffen, das angeschriebene, erlaube Geschwindigkeitslimit zu erreichen. Da fragt man sich wozu solche Leute so Autos fahren, wenn sie sich nicht trauen, das Gaspedal mehr als sanft zu streicheln. Da lob ich mir die "südöstlichen Nachbaren". Und wenn man noch die Strassenzustände dazu nimmt, kann man ab den Schweizern nur noch den Kopf schütteln. Keine Schlaglöcher und Baby Popo glatt, im Vergleich zu den andern Ländern! Motorradfahren mach in den drei Balkan Ländern regelrecht Spass - Prädikat Empfehlenswert!!! Ich geh wieder!