Motorrad, Reisen und Gepäck



Wie viel braucht der Mensch?

Nun, die Frage stelle ich mir heutzutage nur zu oft. Angesichts der Manager Saläre welche immer wieder in den Medien auftauchen, frage ich mich wirklich des öfteren, wann sagt so einer "es reicht"? Aber dies ist ein anderes Thema...

Pläne, Ziele, Träume...

Am Anfang jeder Reise entsteht in der Regel ein Plan, eine Idee oder ein Ziel. Manche erfüllen sich auch einen Traum. Reisen mit dem Motorrad bedeutet für jeden etwas anderes und ist so individuell wie die Ziele welche dabei verfolgt werden. Genau so individuell wird dabei die Packung gestaltet. Es gibt kein richtig oder falsch. Jeder so wie er es braucht.

Was kommt mit?

Es gibt Zeitgenossen, die würden am liebsten die ganze Haushaltung inklusive Verpflegung mit sich führen. Das sieht dann wohl so aus wie bei dem netten Herr oben auf dem Bild. Der Extrem-Minimalist auf der anderen Seite packt nur die Kreditkarte ein. Zahnbürste kann man ja vor Ort kaufen...

Dazwischen gibt es so viele Abstufungen wie Sand in der Wüste. Die meisten von uns liegen wohl mit ihrem Gepäck Volumen irgendwo in der Mitte. Mich eingeschlossen.


Wer Unterschlupf in Hotels, B&B's oder ähnlichem sucht, hat gleich mal den Vorteil, dass Zelt, Schlafsack, Isomatte und alles andere wo ein Hotel in der Regel zur Verfügung stellt, zuhause bleiben können. Das spart Platz.

Des einen liebsten, des anderen Leid.

Wer gerne Campiert muss sich bewusst sein, dass sich die Packung für das Wochenende im wesentlichen kaum von der Packung für die Weltreise unterscheidet. Eine komplette Camping-Ausrüstung auf dem Motorrad unter zu bringen stellt mitunter auch erfahrene Piloten vor Herausforderungen. Mit der richtigen Camping-Ausrüstung kann das Gepäck Volumen reduziert werden. Meistens bietet der Bergsport Fachhandel ein gutes Sortiment an extra leichten Ausrüstungsgegenständen mit kleinstem Abmessungen.

Zu zweit auf einem Motorrad wird ein Campingausflug ungemein schwieriger, da einige Gegenstände gleich doppelt mitgeführt werden müssen. Vorteile hat, wessen (Reise)Partner selber auch Motorrad fährt. So kann die Ausrüstung aufgeteilt werden.


Gepäck Transport

Generell gilt, die schweren Sachen so tief wie und so nahe wie möglich zum Schwerpunkt des Motorrades. Leichte Sachen nach oben. Wer schweres Zeug auf dem Gepäckträger packt kann ein komisches Fahrverhalten seines Motorrades provozieren. Oft fühlt es sich mit Gepäck an, als ob ein Passagier mitfährt. Zusatztaschen an Sturzbügel um Gewicht nach vorne zu bringen kann Abhilfe schaffen.

Gepäck Volumen reduzieren

Was also kann man tun, um das Gepäck Volumen zu reduzieren? Das Zauberwort heißt einschränken! Muss ich wirklich für zB. eine Woche Südtirol für jeden Tag frische Hosen, T-Shirts, Pullover und Jacken mitschleppen? Brauche ich den Smoking und die Lackschuhe, nebst den Wander- und den Hausschuhen? Hier ein paar Tipps zum reduzieren...

Zugegeben, ich gehöre auch zu den Leuten, welche gerne jeden Tag eine frische Unterhose und Socken anziehe. So habe ich mir angewöhnt, alte Unterhosen und Socken, welche ich normalerweise entsorgt hätte, zur Seite zu legen. Diese kommen dann mit auf die Reise und werden Abends statt in den Wäschesack in den Abfalleimer gelegt. So reduziert sich die Anzahl mitgeführter Gegenstände von Tag zu Tag. Wer die einzelnen Teile sogar noch vakuumiert spart nochmal Platz und schütz die Wäsche zusätzlich vor Feuchtigkeit.


On- und Offbike Zeit trennen - "zweispurig" fahren!

Auf dem Motorrad trage ich Funktionsunterwäsche. Die Aggressor Unterwäsche von Klim hat den Vorteil, dass es recht lange dauert, bis diese riecht und sie trocknet schnell, wenn ich diese trotzdem mal waschen muss. Wird Abends zum auslüften aufgehängt.

Die Socken für die Motorrad Stiefel kann ich schon mal eine Woche tragen. So kann ich die Sockenanzahl schon mal halbieren. Denn für die 3-4 Stunden Abends im Hotel oder auf dem Camping platz kann ich auch zwei Abende die selben Socken tragen.

Ich achte darauf, dass die zusätzliche Jacke zusammen mit dem Motorrad Anzug funktioniert. Diese kann tagsüber als Wärmeschicht oder Abends im Biergarten getragen werden.

Bei den T-Shirts verhält es sich wie bei den Socken. Am Tage trage ich Funktionsunterwäsche auf dem Motorrad. So brauche ich nur ein T-Shirt für am Abend. Auch dies kommt mit der Belastung in der Beiz gut ein paar mal klar. Ersatz ist natürlich dabei, denn es kann immer ein Unglück, zB. mit Spaghetti Sauce passieren. Für eine Woche kommen nur 3 Shirts mit.

Wenn man sich für Motorrad Stiefel entscheidet, mit welchen auch mal zu Fuss etwas erkunden kann, erübrigt sich das mitführen von Wander- oder Trekkingschuhen. Ich persönlich bin froh, wenn ich Abends aus den Stiefeln komme und etwas Luft um die Zehen habe. So kommen als Zweitschuhe meistens nur Sandalen mit. Die nehmen nicht viel Platz weg und für den Gang vom Zimmer ins Restaurant reicht es alle mal.

Heutzutage gibt es Hosen aus leichtem Stoff, bei denen die Hosenbeine mittels Reissverschluss entfernt werden können. So hat man Shorts und lange Hose in einem dabei.

Wer Campiert sollte vielleicht nicht grad das 4 Quadratmeter Beach Towel mitnehmen, sondern sich auf ein etwas kleineres Badetuch reduzieren. Microfaser Waschlappen trocknen schnell und benötigen wenig Platz. Shampoo, Duschgel und Abwaschmittel können in kleinere Flaschen zuhause abgefüllt werden. Waschpulver kann in Portionen abgepackt den Weg ins Gepäck finden.


Reduce to the Max!

Gepäckoptimierung ist wohl seit der ersten Motorradreise ein Thema. Die "extremsten" Kunden von uns verbringen die 14 Tage Enduro Tour in Marokko mit einem 15 Liter Rucksack von Kriega!

Andere wiederum greifen statt zum Zelt zum Tarp, halbieren die Isomatte, so das die Beine am auf dem Boden liegen und nehmen eine Goldene Notdecke als Schlafsack.

Portionen abfüllen ist bei den Extremisten auch sehr beliebt. Da werden Strohhalme zurecht geschnitten, mit Salz, Pfeffer oder Zucker befüllt und verschweisst. Oder es werden Portionen Beutel gekauft. Genau abgezählt auf die Tage wo sie unterwegs sind.

Energie-Riegel ersetzen dort oft eine Mahlzeit.

Tintensaugpapier mit flüssiger Seife einreiben, trocknen lassen, zurecht schneiden und in einer kleinen Schachtel verstaut, haben wir auch schon gesehen.

Wer also will und sich ein wenig mit der Optimierung seines Gepäckes beschäftigt, staunt, wie viel Platz Ersparnis man noch heraus holen kann.

Viel Spass beim ausprobieren!

#Motorradgepäck

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