Meine persönliche Motorrad Historie ¦ Von Hochs und einem Tiefschlag

Aktualisiert: 10. Juni 2019


Oder; warum ich mich für das Motorrad entschieden habe, wo ich heute habe.


1989 nahm das Übel mit dem motorisierten Zweiradfahren mit dem Erwerb des Landwirtschaftlichen Führerausweises bei mir seinen Lauf. Die ersten Touren ins Tessin mit wurden mit einem 2 Gang Sachs, später mit einem Fantic und Freunden bewätligt.

1996 wurde dann auf eine Yamaha DT 125 upgegraded und die Prüfung für 125er Motorräder abgelegt.


1998 verliebte ich mich dann in die erste KTM. Es war eine 620 Adventure, mit welcher ich dann den Führerausweis für Grosse Motorräder erlangte. Leider habe ich keine eigenen Fotos von der 620er, da damals die Digitalisierung noch nicht so fortgeschritten war.

Meine 620 sah aber genau so aus. Nur war noch ein Kofferträger mit 2 x 32 Liter Alukoffern montiert, welche in Kombination mit einem Tankruchsack und einer Gepäckrolle grössere Touren erlaubte.

Da meine Frau immer mehr Gefallen daran fand, mich auf meinen kleineren und grösseren Touren zu begleiten, wurde schnell klar, dass etwas kräftigeres her musste. Zu zweit mit Gepäck war es doch schon möglich mit der 620er, aber sie wurde eben öfters gequält, als mir lieb war.


So kam es, dass im 2004 die damals brand neue kTm 950 Adventure S (GO) ins Haus geholt wurde. Mein aller erstes Neufahrzeug in meiner ganzen Karriere und ich war so stolz!

(Rechts ein Bild der aller ersten Tour mit der 950 Adventure S nach Griechenland.)

Mit der 950 Adventure S hatte ich meine eierlegende Wollmilchsau gefunden! Ein Traum von einem Motorrad, welches alle Erwartungen, die ich an eine Reiseenduro stellte, kompromisslos erfüllte. Leistung, Ergonimoe, Offroad- sowie Onroadtauglichkeit, mit Sozia und Gepäck - Sie war nahezu perfekt. Mit der wachsenden Erfahrung auf diversen Wochenendausflügen, Touren und Reisen wurden nach und nach Kleinigkeiten an der 950 S verbessert und angepasst.


So hat die 950 S mit den Jahren einen hohen Kotflügel, einen fetten Motorschutz aus Aluminium, Akrapovic Endschalldämpfer gegen die Hitze, eine Rallye Windschild und einige andere unnötigen CNC Teile spendiert bekommen.

(Rechts ein Bild in der finalen Form mit der 950 Adventure S)

Die Kofferträger baute ich jeweils nur an, wenn Frau MMD Adventures mal für ein paar Tage mitgekommen ist. Sonst war ich mit den Monsoon Satteltaschen von Enduristan mehr als gut bedient.


Die GO begleitete uns zuverlässig bis ins Frühjahr 2013.

(Tag des Abschieds. Rechts das letzte Bild meiner 950S, mit rund 153000 Km auf der Uhr)

Die technischen Defekte in dieser Zeit sind schnell aufgezählt;

3 undichte Kupplungsnehmerzylinder (Alle von kTm auf Garantie und Kulanz ersetzt. Nach Ablauf der Kulanzzeit kam der von sigutech.de ran, dann war Ruhe!)

1 Öldruckregler it ca. 50000 Km. Wurde von Pensini Moto in Tirano erledigt. Ein herzliches Dankeschön an Pensini an dieser Stelle für die rasche Reparatur.

1 Benzinpumpe mit ca. 65000 Kilometer. Kontakte waren abgelutscht - Kann passieren bei den paar Literchen, die durchgepumpt wurden in der Zeit. Wenn der Tank jedoch voll war, konnte trotzdem weiter gefahren werden, da die Gravitation ausreichte um den Motor mit Lebenselexier zu versorgen. Reparatur wurde zuhause ausgeführt.

Dann war da noch die Geschichte mit dem Laderegler. Die war ärgerlich. Die Batterie wurde nicht mehr ausreichend während der Fahrt geladen. Das Motoorrad lief dann nicht mehr ohne ausreichend Batteriespannung. TCS ETI wollte mir nicht helfen, der Italienische Pannendienst war eine Katastrophe, weit und breit kein kTm Händler, welcher helfen wollte (In Form eines Teiles von einem Showroom Bike) Lieferfrist für das Teil 3 Wochen! So sass ich in Nizza fest..

Bei einem örtlichen Vespahändler dann die Batterie laden lassen und meinem besten Freund, welcher sich kurzer Hand in seinen Transporter gesetzt hat und nach Italien fuhr, um mich aufzulesen, entgegen zu fahren, solange es ging. Ohne Licht, mit Handzeichen, Navi im Akkubetrieb, um möglichst keinen unnötigen Stromverbrauch zu haben. Danke Peter! Du bist ein Star! Der Beste!

Abgesehen von den üblichen Verschleissteilen wie Kettenkits, Bremsbeläge, Bremsscheiben, Reifen ect. eine für mich hervorragende Bilanz für rund 153000 Kilometer! Und einige davon nicht nur auf schön asphaltierten Strassen!


2008 wurde der Stall um ein Pferdchen erweitert.

Die kTm 950 Superenduro R.

(Rechts ein Bild von mir auf der Crossstrecke in Weite bei Liechtenstein im 2008)

Die gefiel mir schon bei der Markteinführung im 2007 sehr gut - Liebe auf den ersten Blick sozusagen.

Wie viele andere auch, habe ich damals nicht verstanden, dass es sich dabei um ein völlig anderes Kozept handelte. Die meisten gingen davon auus, dass es sich bei der SE nur um eine Adventure ohne Verkleidung, mit kleinem Tank handelte. Doch weit gefehlt! KTM hat damals das Marketing regelrecht verschlafen. Denn viele sagten sich, für einen Tausender mehr bekomme ich ein reisetaugliches Motorrad mit Windschild, Einspritzung und ABS (Die damals neue 990 Adventure). Mitunter sicher auch ein Grund, warum die SE Produktion bald eingestellt wurde.

Doch das es sich bei der SE eben nicht nur um eine abgespeckte Adventre handelte, merkte ich erst, als ich im 2008 das Glück hatte, eine gebrauchte SE mit allen Wunschzubehörteilen, mit gerade mal 9400 Km auf der Uhr, zu einem sehr guten Preis, von einem Privaten kaufen konnte und angefangen habe, selber daran zu schrauben.


Bald war klar, dass ich etwas mehr aus der SE machen wollte. So fing ich an, nach Teilen zu suchen, um eine Rallye SE daraus zu machen.

(Links ein Bild meiner "rallyefied" SE am Tag des Verkaufes)

Verkleidungsteile waren schnell gefunden. Lackierung wurde von einem befreundeten Autolackierer gemacht.

Schwieriger war es, den MD Roadbook Halter zu bekommen. War damals eben das Mass der Dinge! Heute gibt es andere...

Das Frontend konnte ich damals nach meinen Vorstellungen vollenden. Doch das Projekt sollte nicht von mir abgeschlossen werden. Ich hatte kaum Zeit, neben Hauptberuf und Aufbau von MMD Adventures das Projekt weiter zu treiben.

Die arme SE stand Tag ein Tag aus nur im Schaufenster vom Laden, zu Fahren bin ich überhaubt nicht gekommen! Ich war überglücklich, dass ich für die SEim 2012, mit rund 38000 Km ein neues Zuhause im Waadtland gefunden hatte. Der neue Besitzer hatte ausreichend Zeit für sie und konnte ihr gebührend Auslauf und artgerechte Haltung bieten. Was aus ihr geworden ist, weiss ich allerdings nicht.

Technische Defekte in 28600Km: KEINE!


Wie bereits angedeutet, wurde im Frühjahr 2013 meine 950 Adventures S mit dem hier ersetzt:

Die kTm 1190 Adventure R - Brandneu mit 0 Kilometer.

(Links ein Bild bei der Ankunf im unserem damaligen Zuhause)

Nach anfänglicher Euphorie, schlichen sich jedoch sehr schnell Bedenken ein, ob dies wirklich die richtige Entscheidung war? Zu viel war irgendwie nicht stimmig!

Jede KTM die ich jemals hatte, passte mir einfach unter den Popo! Nicht so die 1190 R. Am schlimmsten war es bei der Ergonomie! Nichts passte! Viel Geld wurde investiert, um die Ergonomie in die Nähe der anderen zu bekommen. Nur mit massigem Erfolg. Schmerzhafte Druckstellen an den Handballen vom dauernden Aufstützen, weil der Lenker nicht Nahe genug zu meiner Sitzposition gebracht werden konnte, Schmerzende Kine wegen zu kleinem Kniewinkel - Und wer jetzt fragt, warum die Fussrasten nicht auf der unteren Position montiert habe; ganz einfach, das Berühren meiner Schuhspitzen in jeder engeren Kurve und das daraus folgende Kratzen der Fussraste am Asphalt, kann ich nicht ab und hatte ich bei allen anderen KTM's nie!

Vom Soziabetrieb will ich gar nicht erst anfangen! Nur so viel sei verraten; Madame merkte ich auf der 950 S nicht mal. 12 Stunden am Stück Autobahn, mit gelegentlichen Tank- Versäuberungs- und Verpflegungsstopps kein Porblem. Bei der 1190 R hämmerte es nach spätestens eineinhalb Stunden am meinem Helm - Anhalten!

Die Gründe fand ich bald. Durch die jetzt im Motorrad "integrierte" und nicht "auf dem Motorrad" Sitzposition wie bei der 950 S, sass ich massiv weiter hinten. Platz der Madame hergeben musste, da das Motorrad ja nicht länger wurde. Zusätzlich positionierte der Konstrukteur bei KTM die Sozia Fussrasten 10cm näher am Motor. Was zur Folge hatte, dass meine Frau nun dauernd auf dem Steissbeis sass. Auf Dauer nicht so toll! Wieder wurde viel Geld in einen anderen Sattel, mit extra Aufpolsterung investiert. Ohne grossen Erfolg auf Linderung!


Fahrwerk war eine Katastrophe! Gabel und Federbei trotz Sport- oder Maximallast Einstellungen, im Betrieb auf unbefestigten Strassen, dauernd auf Durchschlag!

(rechts ein Bild meiner 1190 R im neuen Kleid)

Nochmal tausende in ein vernünftiges Fahrwerk wollte ich nicht investieren! Denn mir war schnell klar, dass die 1190 R bei mir nicht alt werden würde. Doch Ersatz zu finden war irgendiwe nicht möglich. 990 R waren keine zu haben, oder wenn ich mal eine fand, war das Geld nicht vorhanden, ein Wechsel auf die 1290 R machte keinen Sinn, weil alles irgendwie trotzdem so war wie bei meiner 1190 R, die neue Africa Twin ist zwar saumässig cool und sieht toll aus, aber für mein Geschmack zu langweilig und GS will ich nicht! Die damalige Yamaha Supertäterää war viel zu schwer und überhaupt. Also hiess es abwarten und weiter leiden...

Im April 2019 fand ich dann einen Käufer für meine 1190R. Er hat diese mit rund 38000 Kilometer und allen Umbauten haben können.

Bis zum Verkauf wurden folgende Umbauten gemacht:

- Eine etwas spannendere, KTM gerechtere Lackierung

- Hoher Kotflügel, Modell Superenduro

- Handschützer mit integrierten Spiegel von Highwaydirtbikes aus den USA

- Barrett Endschalldämpfer aus Australien (Halb so gross wie die Akra aus dem Zubehörkatalog und leiser)

- Vernünftiger Aluminium Motorschutz

- Breite Rallye Fussrasten

- 10 cm Aufpolsterung am Einteiler Sattel für Singlebetrieb

- 10 cm Aufpolsterung am Soziussattel des Zweiteiler für den Soziabetrieb

- 40mm Lenkererhöhung und maximal gekröpfter Lenker um näher zum Fahrer zu kommen

Mein Fazit nach 5 Jahren und nur! 38000 Km 1190 Adventure R: Keine würdige Nachfolgerin der 950 Adventure S / 990 Adventure R! Ein gelungener Versuch kTm zu ver"GS"lichten und Massentauglich zu machen! Ich trauere der 1190 R, im Gegensatz zu allen anderen KTM's, welche ich jemals mein Eigen nennen durfte, keine Sekunde hinter her.

Technische Defekte in rund 38000 Km: KEINE!


kTm 790 Adventure R

07. Juni 2019 - Abholtag

Fast eineinhalb Jahre habe ich nun auf unser neues Motorrad warten müssen! Schon bei den ersten Bilder vom Prototypen im Netz war mir klar; das ist sie!

Ich darf mich zu einem der wenigen Glücklichen zählen, die überhaupt eine bekommen! Danke Moto Spezial Lyss!

So schlecht war die Wartezeit gar nicht. Konnte ich mich doch ausführlich über alles informieren und mir schon weit vorne weg Gedanken über mögliche Verbesserungen am Motorrad machen.

Das einzige wirkliche Übel mit der 2 monatigen Lieferverzögerung war, dass ich in der Zeit BMW fahren musste, wenn ich es ohne Motorrad nicht mehr aushalten konnte. Spass bei Seite! Die 1150 GS, welche mir Patrik leihte, ist nach wie vor ein sehr gutes Motorrad, aber trifft nicht ganz meinen Geschmack. Trotzdem Danke Patrik ;-)


Wie bereits erwähnt, wollte ich unbedingt einige Punkte an der 790 personalisiert haben. Aber eins nach dem anderen.

Erst musste der Anhänger am Freitag Morgen entleert werden, damit ich Platz für das Motorrad hatte. Also Trip zur Entsorgungsstelle.

Danach auf nach Lyss zu Moto Spezial, das neue Bike und Zubehörteile holen, und Versicherungsnachweisbei der Zürich Versicherung bestellen.

Auf den Retourweg, beim Strassenverkehrsamt vorbei, Nummer auslösen mit dem Formular 13.20 A für Neufahrzeuge. Super wie einfach und unkompliziert das in Allmendingen geht.

Kurz nach dem Mittag war ich dann zurück beim Laden. So verbrachte ich die letzten 2 Tage damit, meine neue 790 R, zwischen Beratungsgesprächen und Versandabwicklung damit, sie nach meinen Vorstellungen herzurichten.


Viel gibt es erst mal nicht zu verbessern. KTM scheint sich wieder auf seinen Ursprung besonnen zu haben und hat etwas vernünftiges auf die Räder gestellt.

Genauer werde ich in einem weitern Blogeintrag auf die Änderungen eingehen. Soviel vorne weg; HDB Handschützer, Crapflap, Kriega Rackloops, Navihalter, Topcaseträger, Rallyefussrasten, Kofferträger mit Kriega OS Plattform und Fahrwerkseinstellungen sind die wenigen Änderungen im ersten Schritt.

Unsere 790 R wird in 3 Varianten unterwegs sein; Die meiste Zeit sicherlich ohne Koffeträger und Topcase wenn ich alleine unterwegs bin.

Mit Kofferträger und Seitentaschen wenn Frau und ich mal ein paar Tage weg wollen.

Und nur mit Tapcase für gemeinsameTagesausflüge mit Frau. Das Topcase habe ich nur für meine liebe Frau zugelegt, weil sie so etwas "entspannter" mitfahren kann und sich "aufgehobener" fühlt.

Gefahren bin ich sozusagen noch nicht. Nebst allem schrauben und arbeiten, habe ich einfach noch nicht die Zeit gefunden, eine ausgiebige erste Fahrt zu machen. Gerade mal 20 Kilometer schnell nach Hause, zur Sitzprobe zusammen mit Frau Sozia - Und siehe da: Es passt wieder wie früher! *Freu

Alles ist wieder da, wo es hin gehört. Sozia hat selbst mit Topcase wieder angenehm Platz, sitzt nicht mehr auf den Steissbein! Kniewinkel für mich stimmt wieder mit original Sitzbank und der Lenker ist wieder schön nahe bei mir dran. Endlich, nach Jahren von Zuhause weg, wieder angekommen!

To be continued...

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